Bewegungsübung Hand-Koordination

Die körperliche Koordinierung in Verbindung mit Konzentration verläuft relativ subtil ab. Die folgende Übung wird es Ihnen verdeutlichen. Wenn Sie die folgende Grundübung mehrere Tage lang wiederholen, werden Sie bemerken, dass Sie sich immer weniger auf Ihre Handflächen und auf den Weg konzentrieren müssen. Sie wissen auch, bei welcher Bewegungsgeschwindigkeit Sie die Kontrolle verlieren, und werden Ihre Schnelligkeit ohne darüber nachzudenken anpassen.

Der Unterschied zwischen der rechten und linken Hand wird weniger problematisch werden. Auch wenn es bei einer Hand immer noch nicht perfekt klappt, und Sie ab und zu Ihre Handfläche schließen, zugreifen oder das Objekt doch wieder aufheben müssen, werden Sie feststellen, dass das weniger oft geschehen wird.

Grundübung

Nehmen Sie einen Ball oder notfalls auch ein hartgekochtes Ei. Halten Sie eine Hand hinter den Rücken. Die Handfläche bitte nach oben drehen und flach ausstrecken. Auf diese Handfläche legen Sie mit der anderen Hand das Objekt ab.

Nun bewegen Sie sich 5 Minuten in der Wohnung, ohne dass das Objekt von der Hand fällt. Halten Sie dabei während der ganzen Zeit die Handfläche durchgedrückt flachgestreckt hinter dem Rücken.

Dann versuchen Sie die Übung mit der anderen Hand hinter dem Rücken.

Wiederholungen

Wiederholen Sie diese Übungen alle zwei Tage.

Erweiterung I

Schwierigkeit steigern, denn Ihr Körper kennt nun den Ablauf der Bewegungen.

Die Grundübung wird beibehalten, aber jetzt gehen Sie dabei nicht nur durch die Wohnung, sondern verbringen Sie Ihr normales Tagwerk. Ob Sie Lesen, einen Brief schreiben, Wäsche sortieren ist gleichgültig. Hand hinter den Rücken, Handfläche nach oben, durchdrücken und nur noch eine Hand steht zur Arbeit zur Verfügung.

Sie werden feststellen, dass Sie sich plötzlich wieder wie am ersten Tag der Grundübung darauf konzentrieren müssen, die Hand hinter dem Rücken durchzudrücken. Alles wird schwieriger, und diese Situation nimmt auch nicht wirklich deutlich ab, solange Sie nicht ständig dieselbe Tätigkeit mit der anderen Hand machen und das identische Tagwerk vollbringen.

Auch wenn Sie dieses empfinden, wird der Körper versuchen, „Muster“ zu erkennen, zu lernen und seine Motorik ganz sanft der Einschränkung anzupassen. Bei den ständigen Änderungen und der kurzen Zeit der Übungsdauer wird dieses einen lange Zeit ungewohnt sein und die Anpassung nur langsam voranschreiten. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass Ihnen selbst die Veränderung (Anpassung) nicht auffällt, aber einer Person, die Sie nur sporadisch dabei beobachtet, wird die „neue“ Geschicklichkeit erkennen.

Erweiterung II

Wenn Sie Lust haben, eine der beiden vorherigen Übungen zu steigern, dann legen Sie ein leichteres Objekt auf die Handfläche, welches weniger Luftwiderstand besitzt (leichter wegfliegt), wie z.B. ein glattes Blatt Toilettenpapier, etwas Frischhaltefolie, Feder etc.

Kleinhirn
Kleinhirn

Kleinhirn

Kleinhirn

Kleinhirn

Cerebellum

Funktion des Kleinhirns

Das Kleinhirn ist wichtig für den richtigen Ablauf aller Körperbewegungen, es ist der „Bewegungssupervisor“.
Es ist maßgeblich für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes bei jeder Bewegung des Körpers. Es führt die unbewusste Planung aus und ist für das zielgerichtete Erlernen und die Koordination von Bewegungen zuständig. Es ermöglicht die Feinabstimmung der Motorik der einzelnen Muskeln und somit die Steuerung der Gliedmaßen.

Es wird benötigt zur räumlichen Bemessung, Abschätzung der nötigen Kraft sowie der Schnelligkeit der Bewegungen.

Gedächtnistraining für das Kleinhirn

Übungen im Gedächtnistraining, um diesen Bereich des Gehirns zu unterstützen, werden in meinem Berliner Gedächtnistrainingskurs Angebot unter dem Übungsschwerpunkt: Bewegung eingeordnet.

Schäden am Kleinhirn

Ein Ausfall des Kleinhirns führt zu taumelnden, zielunsicheren oder zittrigen Bewegungen, Gangunsicherheit wie sie z.B. bei Trunkenheit auftritt. Es gibt Probleme, schnell aufeinander folgende Bewegungen auszuführen. Auch die Sprache kann durch beeinträchtigte Motorik oder Feinmotorik des Sprechapparates verwaschen sein.

Lage im Gehirn

Die ungefähre Position im Gehirn entnehmen Sie bitte der Übersicht auf der Gehirnkarte.

Wo arbeitet was im Kopf?

Selbstverständlich ist man heute in der Lage, die Areale bestimmter Gehirnaktivitäten deutlich einzugrenzen, hier wird auf die entsprechende Fachliteratur verwiesen. Dieser Beitrag soll nur eine grobe Orientierung geben, um die Komplexität des Gehirns leichter zu erfassen.

Langzeitgedächtnis

Das Langzeitgedächtnis unterteilt sich in verschiedene Bereiche.
Die anatomischen Zentren sind Hippocampus, Frontallappen und Temporallappen.

Deklaratives Gedächtnis

Das deklarative Gedächtnis unterteilt sich in das episodische und das semantische Gedächtnis.

Episodisches Gedächtnis

Der rechte Stirnlappen beinhaltet das episodische Gedächtnis.
Das episodische Gedächtnis ermöglicht den Abruf vergangener Erfahrungen, die in einer bestimmten Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt gebildet wurden. Es ist zur mentalen Zeitreise sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft fähig. Es ist Teil unserer Biographie. Wird dieser Bereich beschädigt, so verliert man die Erinnerung daran, was wann wo geschehen ist oder sein soll.

Da dieser Bereich benötigt wird, um Fakten miteinander zu verbinden, kann es dazu führen, dass z.B. eine Person weiß, was Ehe bedeutet, eine Person gegenüber erkennt, sich jedoch nicht erinnern kann, mit eben dieser Person verheiratet zu sein.

Semantisches Gedächtnis

Im linken Schläfenlappen befindet sich das semantische Gedächtnis.
Hier werden Fakten gelagert, z.B. was welches Wort bedeutet. Es beinhaltet neben dem Schulwissen den größten Teil unseres im Leben gesammelten Wissens.

Verhaltensgedächtnis

Das prozedurale Gedächtnis, auch Verhaltensgedächtnis, speichert automatisierte Handlungsabläufe bzw. Fertigkeiten. Beispiele dafür sind Gehen, Radfahren, Zähneputzen.

Neben dem Stirnlappen ist auch das Kleinhirn wichtig für dieses Gedächtnis.
Es werden komplexe Bewegungen ausgeführt, deren Ablauf man durch Üben gelernt hat. Dieses Wissen wird ohne besonderes Nachdenken darüber abgerufen. Der Spruch „Fahrradfahren verlernt man nie!“ ist insoweit richtig, als dass man nicht mehr bewusst darüber nachdenken muss, für was die Pedalen da sind, wie man den Lenker drehen muss, um nach rechts zu fahren etc. Gleichwohl wird nur die Grundfunktion über längere Zeit gespeichert, die Feinheiten bzw. Geschicklichkeiten muss man sich wieder durch Üben antrainieren.